Irgendwie liegt mir Gor ja doch am Herzen ;)

So stöber ich seit einer Woche ein wenig herum, habe Harons Gor-Academy besucht, finde ich auch alles ganz toll. Hat ein wenig was von Perlen vor die Säue, aber das ist ja nichts neues.

Verfolgt man die Diskussionen in GaD, sind es noch immer die gleichen Themen wie seit 7(!) Jahren. Jetzt kam der berechtigte Einwand, dass viele der heutigen Spieler damals[tm] natürlich nicht dabei waren. Was ich aber trotzdem irgendwie komisch finde.

Die ersten Hinweise, wie man sich so grundlegend verhält und spielt, habe ich damals von den Anführern meiner Spielgruppe bekommen. Da taten sich viele Fragen oder komische Vorstellungen gar nicht mehr auf. Da es aber keine wirklichen Leithammel mehr zu geben scheint (ist ja nicht neu), und jeder vielleicht meint ohne Grundlage mitreden zu können, passiert sowas eben. Viele Köche verderben den Brei, zuhören und lernen ist eben nicht mehr Zeitgeist? Ist nur eine Theorie. Egal.

 

Was mir jedoch gerade am meisten aufgefallen ist, zumindest von meinem Gefühl her:

Viele spielen anscheinend einfach “sich selber” auf Gor. So unter dem Motto “Ich habe meine Erziehung, Moralvorstellung, und Weltanschauung. Die passt zwar nicht nach Gor, aber ich spiele ja mich selber”.

Irgendwie passt das aber doch nicht auf das Thema Rollenspiel. Man spielt ja eine Rolle, und nicht sich selber. Eine Person zu verkörpern, die vielleicht genau gegensätzlich wie man selbst handeln muss(!), und das obwohl man es vielleicht moralisch komplett ablehnt, fand ich eigentlich an dem Thema Gor Rollenspiel total spannend.

Plakativ als Beispiel (findet so aus gutem Grund im Rollenspiel nie statt, aber es geht sich ums Prinzip): Irgendeiner Sklavin werden die Versen durchgeschnippelt, als Strafe fürs Davonlaufen. Ist so ziemlich Standard in der Welt Gor. Wenn ich das jetzt mit meinem Charakter “sehe”, dann gibt im Prinzip erstmal zwei Möglichkeiten IC darauf zu reagieren:

1. Ich schaue entsetzt, angeekelt, mit Mitleid und Verurteile diese Aktion, ggf. greife ich sogar ein

2. Ich schaue dahin, zucke mit den Schultern, und gehe wieder weg. Man kennt das ja, ist ja total normal.

Die erste Reaktion wäre die von dem Mensch hinter dem Spieler. So dem Zeus aus Deutschland, europäische, moderne Erziehung Ende des 20. Jahrhunderts und so. Natürlich ist das total furchtbar was er da sieht, geht gar nicht.

Die zweite Reaktion hingegen wäre die von Zeus, dem Goreaner, der mal ganz anders aufgewachsen ist, sowas selbstverständlich für total normal hält und jetzt echt nicht wüsste was ihn daran stören sollte.

Die Moralkeule mal beiseite geschoben, für einen fiktiven Rollenspielcharakter, der Goreaner ist, wäre alles andere als Reaktion zwei doch total bescheuert.

Mal abgesehen davon, eines der ersten (ja ich weiss, böse…) Buchzitate, was ich gesehen und mir eingeprägt habe, ist folgendes:

“Mitleid gilt als ungoreanisch”

Jetzt finde ich es persönlich schöner (und für die Masse auch wichtiger), wenn man solche Zitate wirklich so nimmt wie sie da stehen. Die Regel, und nicht die Ausnahme. Was bringt es mir, wenn jetzt 99 von 100 Spielern sagen “jaaaa, aaaaaber, ich bin eine Ausnahme, ich habe Mitleid, weil….”?

Jeder hat so wenn er (oder sie) einen Roman liest, ein geistiges Bild im Kopf. So eine Vorstellung für die Welt, in der dieser Roman spielt. Die Umgebung, die Personen, die Atmosphäre. Und ich finde, diese Atmosphäre wird durch solches Spielverhalten und Ausnahmen teilweise total ruiniert. Und wir sollten uns doch alle mal einig sein, was für eine grundlegende Atmosphäre Gor beschreibt. Ich glaube daran gibt es auch wenig zu rütteln.

 

Warum ich das schreibe? Keine Ahnung. Kam mir nur irgendwie in den Sinn.

Spielt Goreaner. Und nicht euch selber. Alles andere hat wenig bis gar nichts mit Rollenspiel zu tun, und versaut das Setting.

 

Zeusel, vom Altenteil

Und anscheinend gibts noch immer viel zu viele Wikinger im Spiel. Verrückt ;)

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